Wie man es macht

Eugen Ruge In Zeiten Des Abnehmenden Lichts Kapitel Zusammenfassung

Auf einer dritten Erzählebene begibt sich der Enkel Alexander 2001 auf Spurensuche nach Mexiko, um die Geschichte seiner Großeltern zu durchleuchten. «In Zeiten des abnehmenden Lichts» ist ein Debütroman, aber sein Creador war wahrlich kein Anfänger. Eugen Ruge, von Haus aus Mathematiker, schrieb seit 1986 Hörspiele, Drehbücher und Theaterstücke, übersetzte aus dem Russischen, bis er 2011 gleich mit seinem ersten, stark autobiografisch geprägten Roman den Deutschen Buchpreis gewann. Über drei Generationen hinweg verfolgt Eugen Ruge die Geschichte einer Familie.

Einer, Kurt, überlebt und zieht mit seiner russischen Frau Irina in die DDR. Er passt sich an, geht in die innere Emigration und versucht, sich aus Parteiangelegenheiten möglichst herauszuhalten. Die Mutter, ein begnadetes Organisationstalent, das die Familie zusammenhält, ertränkt ihre Frustration im Alkohol. Wilhem Powileit ist der Inbegriff eines Familienpatriarchen – störrisch, herrschsüchtig und kompromisslos. Ein überzeugter Kommunist, der im mexikanischen Exil die Zeit des Nationalsozialismus überlebt hat.

Die Intensität, mit der sich diera Erinnerungen auf sein alltägliches Wahrnehmen und Handeln auswirken, deutet auf eine lebenslange Traumatisierung hin. Als Kurt einmal einen längeren Nachhauseweg durch den Wald nimmt und ein raspelndes Ächzen hört, verhält er sich instinktiv, als befinde er sich in der Taiga und werde von wilden Tieren bedroht. Als er dann bemerkt, dass ein Liebespaar in einem geparkten Trabbi die Geräuschquelle ist, kommt Kurts Misstrauen gegenüber seiner Frau zum Vorschein – er vermutet anfangs, dass es Irina sei, die ihn in diesem Augenblick betrügt (vgl. S. 183).

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Wilhelm und Charlotte bieten den Auftakt, den Ursprung zum erlebnisreichen, tragischen, aber im Ostblock wohl zu der Tagesordnung zählenden Familiengeschichte. Die vergangenen 50 Jahre bieten die Grundlage dieses Romans, in dem das Leben der Familie Umnitzer dargestellt wird. Eine Familiengeschichte über vier Generationen in einer Welt die viele zu kennen glauben und von der im Grunde doch nur die Ahnung haben, die sie erlebten.

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Gregor Gysi ist Bundestagsabgeordneter der Fraktion «Die Linke» und war bis Oktober 2015 deren Fraktionsvorsitzender. Im Herbst erscheint seine Autobiographie «Ein Leben ist zu wenig» im Aufbau-Verlag. Der diplomierte Mathematiker begann seine schriftstellerische Laufbahn mit Theaterstücken und Hörspielen. Für «In Zeiten des abnehmenden Lichts» wurde er unter anderem mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Seitdem erschienen die Bände «Theaterstücke» und «Annäherung», die Romane «Cabo de Gata», «Follower» und zuletzt «Metropol». Der 90ste Geburtstag Wilhelms wird zum Dreh- und Angelpunkt der Geschichte und so bunt durcheinander gewürfelt die einzelnen Kapitel auch zu sein scheinen, letztendlich kehrt man immer wieder zu dieser Feier zurück.

Um 1903 geboren, wurde sie als Kind von ihrer Mutter oft gedemütigt, eingesperrt und misshandelt. Nicht selten bekam sie „die derbe Hand ihrer Mutter, die sie mit ganzer Wucht traf“ (S. 117), zu spüren. Dagegen bevorzugte die Mutter ihren Bruder sehr, für dessen Kunststudium sie in barbarischer Weise (S. 47) sparte. Nachdem Charlotte Wilhelm kennengelernt und sich von ihrem ersten Mann, einem Oberstudienrat, der sie mit seinen Schülerinnen betrog, getrennt hatte, trat sie in die Kommunistische Partei ein, wo sie zum ersten Mal Respekt und Anerkennung erfuhr. Nach ihrer Rückkehr aus dem zwölfjährigen mexikanischen Exil im Jahr 1952 wurde Charlotte Institutsleiterin an der neu zu gründenden Akademie für Staats- und Rechtswissenschaften in Neuendorf bei Potsdam.

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In seinem Personal zeigt sich über vier Generationen, über fünf Jahrzehnte, wie eng Familiengeschichte und Politik miteinander verknüpft sind. Nicht nur die Sonne geht 2001 am Strand in Mexiko unter, die Zeiten abnehmenden Lichts finden sich wieder im Zerfall der Familie und dem Tod einzelner Familienmitglieder, im allmählichen Zerfall der DDR oder der Korrosion von Utopien, mit denen sie gestartet war. Ein schöner Roman einer sozialistischen Vorzeige-DDR-Familie mit all ihren Hoffnungen, Illusionen einer besseren Welt, ihren Täuschungen und Enttäuschungen. Beim Besuch seiner Freundin Christina versucht er, sie zu vergewaltigen.

Und man muss bereit sein, sich konfrontieren zu lassen mit harten Schicksalen, die teilweise kaum zu ertragen scheinen. In den nicht chronologisch angeordneten zwanzig Kapiteln wird alternierend jeweils aus Sicht eines der Protagonisten erzählt, oft in Form innerer Monologe und als kleine, in sich abgeschlossene Geschichten. Mit Abstand die Beste war für mich das liebeswerte Kapitel über die geradezu archaisch wirkende russische Großmutter, für die «schon jedes Haus aus Stein eine Kirche war». Diese aufgefächerte Erzähltechnik sorgt einerseits für Spannung, erfordert andererseits aber auch viel Aufmerksamkeit, denn alle diera Mosaiksteine formen sich erst im Kopfe des Lesers zu einem kompletten Panorama, er muss also aufmerksam sein und mitdenken. Macht er sich diese Mühe, wird er mit einem großartigen Gesellschaftsbild einer vergangenen geschichtlichen Epoche bestens unterhalten. Ihm wird außerdem je nach Herkunft – als „Wessi“ aber ganz bestimmt – der Horizont erweitert, und zwar auch ideologisch.

So War Die Wende Für Mich: Eugen Ruge, Schriftsteller

Von ihrer Familie wird sie hingegen als vorwurfsvolle und streitsüchtige Person gesehen. Im Jahre 1995 erscheint der 18-jährige Markus auf Irinas Beerdigung, spricht dort aber weder seinen Großvater Kurt noch seinen Vater Alexander an, die an ihm vorübergehen, ohne ihn zu erkennen. Melitta ist nun mit einem Pfarrer verheiratet, der vor der Wende Friedensgebete organisiert hat und inzwischen im Bundestag sitzt. Bitte loggen Sie sich zunächst in Ihr Kundenkonto ein oder registrieren Sie sich bei bücher.de, um das eBook-Abo tolino select nutzen zu können. Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Allgemein und verschlagwortet mit Eugen Ruge, In Zeiten des abnehmenden Lichts von gh.

Das Scheitern Des Sozialistischen Experiments[bearbeiten

Er symbolisiert den Zerfall der Familie und die Loslösung vom Glauben an den Kommunismus. Im Oktober 1989 flieht er mit seiner Freundin Catrin in die BRD, wo er in Moers am Theater tätig wird. Sein Sohn Markus Umnitzer wuchs bei seiner Mutter Melitta in der DDR auf. Nach dem Mauerfall lebt er ein westdeutsches Jugendleben, geht in Clubs, nimmt Drogen und ist frech zu seiner Mutter und deren neuem Freund. Zur Beerdigung seiner Großmutter Irina geht er allein und trifft auf seinen Vater und Großvater, mit denen er jedoch kein Wort wechselt und nichts mehr gemeinsam zu haben scheint. Markus verdeutlicht den endgültigen Zerfall der Familie und die Eingliederung in das vereinte Deutschland.

Eine Krebsdiagnose 2001 bildet den Ausgangspunkt zur Flucht nach Mexiko, wo er -Kindheitserinnerungen an das mexikan. Protest gegen NVA-Dienst, Abbruch des Studiums, Hausbesetzung in Ostberlin, Bruch mit dem Vater, Beziehungschaos , Bruch mit dem eigenen Sohn Markus, kurz vor der Wende Flucht nach Gießen, Theaterarbeit in Moers, Krebsdiagnose. Im Futur lässt uns der Erzähler ahnen, dass Alexanders Schachpartie mit der Zufallsbekanntschaft des Motorradrockers Xaver an der mexikanischen Küste seine letzte sein wird. Es ist eine ruhige, leise Geschichte, die Eugen Ruge erzählt, und bei der Hörbuch-Version gebührt zudem Ulrich Noethen ein besonderes Lob.